Kosmetik-sicherheitsbewertung-cpsr

Jedes Kosmetikprodukt, das in der EU verkauft wird – von der Handcreme bis zum Gesichtsöl – braucht eine Sicherheitsbewertung. Das gilt auch für kleine Mengen und für handgemachte Naturkosmetik. Hier erfahren Sie, was dahintersteckt und wie Sie sich vorbereiten.

Was ist der CPSR?

CPSR steht für Cosmetic Product Safety Report, auf Deutsch Sicherheitsbericht für kosmetische Mittel. Er ist in der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 vorgeschrieben (Artikel 10 und Anhang I). Der Bericht belegt, dass Ihr Produkt bei normaler und vernünftigerweise vorhersehbarer Anwendung sicher ist.

Wer erstellt den CPSR?

Der Bericht wird von einer qualifizierten Sicherheitsbewerterin bzw. einem qualifizierten Sicherheitsbewerterunterschrieben. Diese Person braucht einen Abschluss in Pharmazie, Toxikologie, Medizin oder einem vergleichbaren Fach. Sie selbst als Markeninhaber:in dürfen die Bewertung nur dann vornehmen, wenn Sie diese Qualifikation haben.

Aus welchen Teilen besteht der CPSR?

Teil A – Sicherheitsinformationen:

  • Zusammensetzung (qualitativ und quantitativ)
  • Physikalisch-chemische Eigenschaften und Stabilität
  • Mikrobiologische Qualität
  • Verunreinigungen und Informationen zum Verpackungsmaterial
  • Normaler und vorhersehbarer Gebrauch
  • Exposition gegenüber dem Produkt und den einzelnen Stoffen
  • Toxikologisches Profil der Inhaltsstoffe
  • Bekannte unerwünschte Wirkungen

Teil B - Sicherheitsbewertung:

  • Ergebnis der Bewertung
  • Warnhinweise und Anwendungshinweise für das Etikett
  • Begründung der Bewertung
  • Name und Qualifikation der bewertenden Person

Welche Unterlagen und Tests brauchen Sie?

Für die Bewertung brauchen Sie bzw. Ihr Labor in der Regel:

  • Genaue Rezeptur mit allen Inhaltsstoffen und Prozentanteilen
  • Sicherheitsdatenblätter und Spezifikationen aller Rohstoffe
  • Stabilitätstest: Wie verhält sich das Produkt über die Zeit und bei unterschiedlichen Temperaturen?
  • Mikrobiologische Prüfung: Ist das Produkt frei von schädlichen Keimen?
  • Konservierungsbelastungstest (Challenge-Test): Schützt die Rezeptur ausreichend vor Verkeimung bei der Anwendung? (Bei manchen Produkten, z. B. wasserfreien Ölen, ist er nicht immer nötig.)
  • Verpackungsinformationen: Material und Verträglichkeit mit dem Produkt
  • Etikettentext und Anwendungshinweise

Was kostet eine Sicherheitsbewertung?

Die Kosten hängen von der Rezeptur und den nötigen Tests ab. Als grobe Orientierung: Der CPSR allein kostet meist einige Hundert Euro pro Produkt. Mit Stabilitäts-, Mikrobiologie- und Challenge-Test kommen Sie häufig auf ca. 500-2.000 € pro Produkt. Einfache, wasserfreie Rezepturen wie Öle sind meist günstiger als Emulsionen wie Cremes.

Und danach? PIF und CPNP

Der CPSR ist Teil der Produktinformationsdatei (PIF). Diese muss die verantwortliche Person für die Behörden bereithalten - und zwar bis zu 10 Jahre nach dem Inverkehrbringen der letzten Charge. Außerdem wird jedes Produkt vor dem Verkauf im CPNP-Portal der EU gemeldet.

Häufige Fehler

  • Rezeptur nach dem CPSR ändern: Jede Änderung der Rezeptur kann eine neue Bewertung erfordern.
  • Zu spät planen: Stabilitätstests dauern oft mehrere Wochen bis Monate – planen Sie sie früh ein.
  • Unvollständige Rohstoffdaten: Fehlende Dokumente von Lieferant:innen verzögern die Bewertung.
  • Werbeaussagen vergessen: Aussagen wie „hypoallergen“ oder „für empfindliche Haut“ müssen belegbar sein.

Wie wir Sie unterstützen

Bei v&b cosmetics begleiten wir Sie in den Bereichen Produktsicherheit, Zertifizierung und rechtliche Beratung. Mehr über unsere Leistungen https://vbcosmetics.at/pages/products


Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.


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